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Förderung von „Krebs-Immuntherapie der nächsten Generation: Fokus auf das Tumor-Mikromilieu“

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat eine Richtlinie zur Förderung von „Krebs-Immuntherapie der nächsten Generation: Fokus auf das Tumor-Mikromilieu“ bekannt gegeben.

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Verständnis der molekularen Mechanismen, die für die Entstehung und das Fortschreiten von Krebs verantwortlich sind, deutlich verbessert. Dies führte zur Einführung einer Fülle von zielgerichteten therapeutischen Wirkstoffen in die Klinik, mit einer entsprechenden Verlängerung der Überlebenszeit und Verbesserung der Lebensqualität von Krebspatientinnen und Krebspatienten. In diesem Zusammenhang stellt die klinische Validierung des Konzepts, dass das Immunsystem in der Lage ist, Krebszellen zu erkennen und das Tumorwachstum zu kontrollieren, einen wichtigen Durchbruch dar, der den Weg für die Einführung von Immuntherapeutika in die klinische Praxis ebnet. Tatsächlich hat die Krebsimmuntherapie, insbesondere mit Checkpoint-Inhibitoren, aber in jüngster Zeit auch mit adoptiven CAR-T-Zellen, in den letzten zehn Jahren den Ansatz der Krebsbehandlung ­revolutioniert.

Ein großes Problem bleibt allerdings der hohe Anteil von Krebspatientinnen und Krebspatienten, die gegen die Krebsimmuntherapie resistent sind. In diesem Zusammenhang zeigt sich jetzt, dass die Resistenz weitgehend von der Zusammensetzung des Tumormikromilieus (TME) beeinflusst wird. Das TME ist ein komplexes Milieu, das heterogene Populationen von Krebszellen, nicht-maligne Zellen verschiedener Herkunft und nicht-zelluläre Komponenten enthält, die alle zusammen für komplexe und dynamische Interaktionen verantwortlich sind. Unter den zellulären TME-Komponenten spielen die Immunzellen eine wichtige Rolle beim Wachstum und Fortschreiten des Tumors, und es wird erwartet, dass Strategien, die auf sie abzielen, die Erfolgschancen neuer und bereits existierender Krebsimmun­therapien erhöhen. Vor kurzem wurde festgestellt, dass die Zusammensetzung verschiedener Darm- und Tumor­mikrobiome, sowie des Viroms, in der Lage ist, eine Immunüberwachung zur Krebsbekämpfung zu vermitteln. Das Verständnis der Komplexität dynamischer TME-Interaktionen sollte es ermöglichen, geeignete therapeutische Ansatzpunkte (Targets) zu identifizieren und prädiktive Biomarker für die Vorhersage von Behandlungsergebnissen und der Ausbildung von Medikamentenresistenzen zu entwickeln. Durch das bessere Verständnis des Tumormikromilieus werden die nächsten Durchbrüche in der Krebsimmuntherapie erwartet.

Die Charakterisierung der molekularen und funktionalen Phänotypen der verschiedenen TMEs sollten durch Strategien erreicht werden, die Technologien, Ressourcen und Daten kombinieren und dabei die Entwicklung integrierter Ansätze hervorheben. Beispielsweise bieten Einzelzell-/Multi-Omics-Technologien die einzigartigen Möglichkeiten zur Auf­klärung dynamischer TME-Interaktionen, insbesondere im Hinblick auf räumliche Kartierung und Quantifizierung. Auch gibt es immer mehr Belege aus der präklinischen und klinischen Forschung, dass Frauen und Männer sich in ihrer Anfälligkeit für häufige Krebsarten erheblich unterscheiden, da sie unterschiedliche Immun- und Behandlungsreaktionen zeigen. Dies scheint ein relevantes Thema für den Umgang mit der Krankheit zu sein. Das heißt: Studien, die die Bedeutung des Geschlechts untersuchen, sind äußerst dringlich und könnten zur Entwicklung patientenzentrierter und personalisierter Krebs-Immuntherapien beitragen. Um dies zu erreichen, sollten die Forschungsgruppen den besten Weg finden, Instrumente und Daten auszutauschen, zu integrieren und zu kombinieren, um ihren Einsatz zu optimieren und robuste Ergebnisse zu erhalten, die direkt auf die Klinik übertragbar sind.

Vor diesem Hintergrund haben sich die TRANSCAN-3-Partner darauf geeinigt, ihren ersten gemeinsamen transnationalen Aufruf zur Einreichung von Projektskizzen (JTC 2021) zu fokussieren auf das Thema:

„Krebs-Immuntherapie der nächsten Generation: Fokus auf das Tumor-Mikromilieu“.

TRANSCAN-3 zielt darauf ab, hoch innovative und ehrgeizige Kooperationsprojekte in der translationalen Krebs­forschung auf europäischer und internationaler Ebene zu fördern. Die Projekte sollen neue Erkenntnisse über die Wirkungen des Tumormikromilieus bei der Krebs-Immuntherapie in die klinische Praxis übertragen.

Der Zweck der Bekanntmachung besteht darin, die Wirksamkeit der personalisierten Behandlung von Krebspatientinnen und Krebspatienten durch die Entwicklung neuer Instrumente und gezielter Immuntherapie-Strategien zu ­verbessern, und zwar auf der Grundlage eines besseren Verständnisses der TME-Funktionen und ihrer Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf.

Mit der vorliegenden Fördermaßnahme wird das Ziel verfolgt, sich ergänzende Expertisen und Ressourcen von ­einschlägig qualifizierten Arbeitsgruppen aus den teilnehmenden Ländern/Regionen zusammenzuführen. Durch ­kooperative Forschungsansätze soll das Verständnis des Tumor-Mikromilieus bei Krebs-Immuntherapien verbessert werden. Dadurch sollen Fortschritte bei der effektiven und dauerhaften Therapie von Krebserkrankungen realisiert werden, die aus den oben genannten Gründen allein auf nationaler/regionaler Ebene nicht zu erreichen sind. Das BMBF leistet damit einen Beitrag zum Handlungsfeld 1: „Forschungsförderung – Krankheiten vorbeugen und heilen“ im Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung

(https://www.bmbf.de/upload_filestore/pub/Rahmenprogramm_Gesundheitsforschung.pdf).

Für die vorliegende Fördermaßnahme wurde von den beteiligten Förderorganisationen ein gemeinsamer englischsprachiger Bekanntmachungstext sowie begleitende Dokumente verfasst (http://www.transcanfp7.eu/).

Er bildet die inhaltliche Grundlage der vorliegenden Förderrichtlinien. Es wird dringend empfohlen, den englisch­sprachigen Bekanntmachungstext sowie alle begleitenden Dokumente im Sinne einer zielführenden Konzeption von Anträgen für internationale Forschungskooperationen zu beachten.

Antragsberechtigt sind staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft.

Die Zuwendungen an die deutschen Partner werden im Wege der Projektförderung für einen Zeitraum von in der Regel bis zu drei Jahren als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt. Mit einem Förderbeginn ist zum November 2022 zu rechnen.

Das Förderverfahren ist dreistufig angelegt.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF derzeit folgenden Projektträger beauftragt:

DLR Projektträger
– Bereich Gesundheit –
Heinrich-Konen-Straße 1
53227 Bonn

Internet: www.gesundheitsforschung-bmbf.de

Es wird empfohlen, zur Beratung mit dem Projektträger Kontakt aufzunehmen. Weitere Informationen und Erläuterungen sind dort erhältlich.

Die gesamte Bekanntmachung finden Sie unter: https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-3519.html