Industrielle Biotechnologie

Die Verwendung von biotechnologischen Methoden im Rahmen von industriellen Produktionsverfahren wird häufig als industrielle oder „weiße“ Biotechnologie zusammengefasst. Mikroorganismen und biochemische Methoden werden hierbei zielgerichtet innerhalb von technischen Anwendungen eingesetzt, um so einen Zwischenschritt zu katalysieren oder auch um das finale Produkt zu synthetisieren. Dementsprechend findet die Biotechnologie häufig als „Querschnittstechnologie“ Gebrauch, bekannte Bereiche sind u. a. die Pharmazeutische-, Chemische-, Stahl-, Kosmetik-, Nahrungs- und Futtermittelindustrie. Die industrielle Biotechnologie liefert dabei Prozesse, die im Vergleich zur klassischen Verfahrenstechnik deutlich energieeffizienter sind und umweltfreundlicher ablaufen. Die so gewonnen Produkte sind häufig gegenüber den etablierten Produkten nicht nur ebenbürtig, sondern sogar durch erhöhte Funktionalitäten überlegen.

In den letzten Jahren wurden viele methodische Fortschritte in diesem Bereich erzielt, so zum Beispiel bei der Biokonversion durch Biokatalysatoren (Enzyme), der Prozessoptimierung mittels gerichteter Evolution oder aber auch bei der Identifizierung neuer Enzyme durch die Metagenomanalyse.

Biotechnologische Prozesse erhöhen die Produktivität und Produktdiversifizierung. Die industrielle Biotechnologie wird daher als Schlüsseltechnologie gesehen mit dem Potential, die Wertschöpfung zu erhöhen, Innovationen zu fördern und neues Wachstum zu generieren. Sie ermöglicht durch neue Anwendungen die Umwandlung bestehender Märkte. Die industrielle Biotechnologie ist somit auch Schlüsseltechnologie im Konzept der Bioökonomie und kann dazu beitragen, Umwelt- und Klimaherausforderungen zu bewältigen.

Um die dynamische Entwicklung der industriellen Biotechnologie weiter zu fördern, arbeitet BIO.NRW mit seinem Partnercluster CLIB2021 – Cluster industrielle Biotechnologie e.V. zusammen. CLIB2021 ist ein internationaler, offener Innovationscluster mit über 100 Mitgliedern aus Großunternehmen, KMU, akademischen Instituten und Universitäten sowie weiteren Akteuren der Biotechnologie und Bioökonomie. Das Ziel ist es Stakeholder, entlang und über Wertschöpfungsketten hinweg, zu vernetzen und neue Chancen für Innovation, Projekte und Unternehmen zu identifizieren. In einem iterativen Prozess werden vom CLIB2021 Team gemeinsam mit den Mitgliedern relevante Projektgebiete identifiziert, sodass der Cluster branchenübergreifende biotechnologische Lösungen für nachhaltige Prozesse und Produkte entwickelt. Einen Überblick über aktuell laufende Projekte können Sie hier finden.

 

Regionales Innovationsnetzwerk „Modellregion für eine innovative und nachhaltige Stoffstromnutzung“ (RIN Stoffströme)

Gefördert vom: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Projektdauer & Projektvolumen: Mai 2014 – Februar 2017, 674.000 Euro; März 2017 – Februar 2020, 562.000 Euro (Phase 2)

Projekt Partner: Projekt Koordinator: CLIB2021; Kernpartner: Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) und EnergieAgentur.NRW.

Link: www.stoffstroeme.de

RIN Stoffströme beschäftigt sich mit wissenschaftlichen bioökonomischen- und kreislaufwirtschaftlichen Fragestellungen im regionalen Kontext, mit dem Ziel, Sekundär- und Abfallstoffströme unterschiedlicher Herkunft innerhalb der Region stofflich zu nutzen. Dadurch sollen technologische und biologische Kohlenstoffkreisläufe geschlossen werden, um die Ressourceneffizienz der agrarischen und industriellen Produktion zu erhöhen und damit zu Materialeinsparungen und zum Klimaschutz beitragen.

BioInnovation Growth mega-Cluster - BIG-Cluster

Projektdauer: unbegrenzt

Projektpartner: BE-Basic, Biobased Delta, BIO.NRW, Catalisti, CEF.NRW, Chemelot Brightlands, CleanTechNRW, CLIB2021, FlandersBio & Flanders Biobased Valley

Link: BIO.NRW oder CLIB oder BIG-Cluster

BIG-Cluster ist eine grenzüberschreitende “Initiative zur intelligenten Spezialisierung”, die darauf abzielt, Europas industriellen Mega-Cluster in der belgischen Region Flandern, den Niederlanden und dem deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen zum weltweiten Marktführer für biobasiertes Innovationswachstum zu machen. Übergeordnetes Ziel ist ein umfassender Rohstoffwandel mit Fokus auf regional verfügbare und nachhaltige Rohstoffe, Klimaschutz und die Sicherung von Arbeitsplätzen in der Megaregion. Um den Übergang unserer heutigen fossilbasierten Wirtschaft zu einer nachhaltigeren biobasierten Wirtschaft zu etablieren, konzentriert sich der BIG-Cluster unter anderem auf die folgenden Feedstock-to-Product Leuchturmprojekte: “Aromaten aus Holzbiomass”, “C1-Gase zu Chemikalien”, “Flugkraftstoffe aus verschiedenen Rohstoffen” und “Bildung über Kreislaufwirtschaft”.